Der Ortsteil Rohr an der Raab entwickelt sich auf Grund der schönen Lage mitten im Raabtal und der großartigen Verkehrsanbindung zu einem beliebten Wohnort. Die Gemeinde Edelsbach hat das Potenzial für die Weiterentwicklung des Dorfs zeitgerecht erkannt und gemeinsam mit den Bürger*innen die Möglichkeit genutzt, die Ideen und Anliegen in ein langfristiges Gestaltungskonzept für den Ortskern umzuwandeln. Die Beteiligung der Bürger*innen bei der Freiraumgestaltung des neuen Dorfplatzes im Ortsteil Rohr bot die einmalige Chance, die Identität des Ortes aufzuspüren, herauszuarbeiten und zu stärken.
Mehr als 200 Rohrer*innen beteiligten sich aktiv an der Ideenfindung und brachten konkrete Vorschläge und Wünsche ein, woraus ein Anforderungsprofil für den Dorfplatz erstellt wurde. Die gemeinsam erarbeiteten Ideen und Erkenntnisse dienten als innovative Vorgabe für einen Architekturwettbewerb.
Daraus wurde die Planwerkstadt mit Architekt DI Thomas Baumgartner von der Jury einstimmig zum Sieger gewählt. Er schaffte es, die Vorgaben der Bürger*innen am besten im Rahmen des Budgets in ein Raumprogramm zu übersetzen. Sein Dorfplatz-Szenario zielt auf flexible Erweiterbarkeit ab und offeriert zahlreiche Gestaltungsmöglichkeiten. Der neue Dorfplatz soll die fußläufigen Verbindungen zwischen den Siedlungen und der Bus- bzw. Bahnanbindung aufnehmen und die Sicherheit am Weg zu den öffentlichen Verkehrsmitteln erhöhen.

„Hätten wir nur gute Architektur gekauft, wäre der Dorfplatz vermutlich auch sehr schön geworden. Aber vielleicht wäre etwas gebaut worden, was es nicht braucht und – was entscheidend ist, – die Akzeptanz in der Bevölkerung würde fehlen. So wird dem neuen Dorfplatz eine besondere Identität gegeben und dadurch auch das Leben im Ort nachhaltig gefördert.“ So der zufriedene Gerhard Krainer, Gemeinderat und Kernteamleiter im Projekt.

Ein Vorzeigeprozess, bei dem nicht einfach gebaut wurde, ohne zuerst die Bedürfnisse und Wünsche der Bürger*innen in die Planung miteinzubeziehen. Ein Prozess, bei dem nicht der kleinste Kompromiss eingegangen, sondern die bestmögliche Lösung gesucht wurde. Eine Gemeinde, die sich aktiv mit regionaler Baukultur auseinandergesetzt hat und bewusst mit Wert und Boden umgegangen ist. Eine Gemeinde, die auf innovative Weise Meilensteine für eine gemeinsame Zukunft legt.
Der Prozess wurde in enger Zusammenarbeit mit der Raumplanerin der Gemeinde DI Jeindl, DI Markus Pongratz, dem Zuständigen für Baukultur der BBL Südoststeiermark, und DI Daniel Baumgartner, dem Zuständigen für Baukultur im Land Steiermark, umgesetzt.

Leistungen der Landentwicklung

Konzeption der Beteiligungsstruktur, gemeinsame Zieldefinition, aktionistische Beteiligungskultur, gezielte Befragungen, Ideen- und Projektwerkstätte, Dokumentation und Ergebnispräsentation