Die 33. Sitzung des Internationalen Koordinierungsrates des MAB-Programms (MAB-ICC) fand vom 13. bis 17. September 2021 in Abuja, Nigeria statt. Im Rahmen der Sitzung wurde am 15. September 2021 der von Österreich, Slowenien, Kroatien, Ungarn und Serbien gemeinsam eingereichte Biosphärenpark-Antrag „Mur-Drau-Donau“ durch den internationalen Koordinierungsrat der UNESCO eindrucksvoll bestätigt und offiziell anerkannt.

Damit wurde der weltweit erste 5 Länder Biosphärenpark aus der Taufe gehoben. Der 5 Länder umfassende Biosphärenpark ist in der Geschichte des UNESCO „Man-and-the-Biosphere“-Programms einzigartig. Mit der Anerkennung entstand nun Europas größtes Flussschutzgebiet entlang der Flüsse Mur, Drau und Donau. Das 930.000 Hektar große Gebiet umfasst 13 einzelne Schutzgebiete und erstreckt sich von der südlichen Steiermark über Slowenien, Ungarn und Kroatien bis nach Serbien.

Fünf einzelne Biosphärenreservate, das grenzüberschreitende Biosphärenreservat Mur-Drau-Donau (Republik Kroatien und Ungarn), das Biosphärenreservat Bačko Podunavlje (Republik Serbien), das Biosphärenreservat Mur (Republik Slowenien) und das Untere Murtal (Republik Österreich) werden künftighin gemeinsam an ihren Zielen und Maßnahmen als Modellregionen im Rahmen der nachhaltigen Regionalentwicklung zusammenarbeiten.

Der Biosphärenpark Unteres Murtal im Steirischen Vulkanland ist Teil dieses 5-Länder-Biosphärenparks und damit Partnerregion auf internationaler Ebene und reiht sich als jüngstes Kind in diese wertvolle Initiative „Man-and-the-Bioshere“ mit großem Stolz ein.

Statement von LRin Mag. Ursula Lackner:

„Mit dem UNESCO-Beschluss zeigt die Steiermark erneut international auf, wie ernst das Land den Naturschutz nimmt. Er ist entscheidend für die Zukunft der Steiermark, die auch für unsere Kinder und Enkelkinder lebenswert sein muss. Der Biosphärenpark ist ein Vorzeigeprojekt, der heutige Tag gleichzeitig ein Ende großer Bemühungen und der Anfang einer internationalen Verbundenheit“, so Umwelt- und Naturschutzlandesrätin Ursula Lackner. Für sie ist der 5-Länder-Biosphärenpark der zweite große Erfolg binnen weniger Wochen. Im August hat das steirische Lassingtal von der Weltnaturschutzunion IUCN das Zertifikat Wildnisgebiet und damit die höchstmögliche Schutzgebietskategorie erhalten.

Der österreichische Anteil am 5 Länder Park wird durch den „Biosphärenpark Unteres Murtal“ im Steirischen Vulkanland und den Gemeinden Bad Radkersburg, Halbenrain und Mureck repräsentiert. Die Gemeinden mit ihren Projekten in der Regionalentwicklung haben bereits gute Startvoraussetzungen für die Zusammenarbeit im 5-Länder-Raum. Gerade die Themen Naturschutz, Flussrevitalisierung, Flora und Fauna, Tourismus, Erholung, kultureller Austausch, Bildung, Forschung und grenzübergreifende Zusammenarbeit bieten nun auch Möglichkeiten für grenzüberschreitende Projekte.

Aktuell arbeitet die Region Südoststeiermark.Steirisches Vulkanland an einem Managementplan, der auch durch gemeinsame Ziele und Maßnahmen Vorbild für die Partner*innen in der gemeinsamen grenzübergreifenden Projektentwicklung ist.

Biosphärenpark Unteres Murtal

Der Biosphärenpark Unteres Murtal im Steirischen Vulkanland ist der jüngste Teil des weltweit ersten 5-Länder-Biosphärenparks Mur-Drau-Donau. Mit Juni 2019 wurde dem Unteren Murtal, eingereicht von den Gemeinden Bad Radkersburg, Halbenrain, Mureck und ehem. Gemeinde Murfeld (St. Veit i. d. Südsteiermark, Straß i. Steiermark), das Prädikat UNESCO Biosphärenpark verliehen.

Mit der Anerkennung hat sich das Untere Murtal für das Programm „Man-and-the-Biosphere“ (MAB) qualifiziert und sich für den Schutz und Erhalt des besonderen Lebens- und Naturraum rund um die Mur ausgesprochen.

Die Region Südoststeiermark.Steirisches Vulkanland arbeitet aktuell gemeinsam mit den Biosphärenpark-Gemeinden an der Erstellung des Managementplans, welcher als MUSS-Kriterium im Österreichischen MAB-Programm vorgeschrieben ist. Mit dem Managementplan soll die nachhaltige Entwicklung im Biosphärenpark Unteres Murtal sichergestellt werden und auch als Basis für die UNESCO Evaluierung in 10 Jahren dienen.

Ein langfristiges, nachhaltiges und bedeutendes Projekt, vor allem in Anbetracht der voranschreitenden Klimaerwärmung. Aus diesem Grund arbeiten in der Region Südoststeiermark.Steirisches Vulkanland Fachexpert*innen diverser Fachdisziplinen (Gemeinden, Regionalmanagement, Baubezirksleitung, Landentwicklung Steiermark, politische Regionsvertreter*innen, Naturschutz, Landwirtschaft, Forstwirtschaft) in einer Steuerungsgruppe zusammen, um Kräfte zu bündeln und das Naturjuwel in eine gute Zukunft zu bringen.

Seitens der Landentwicklung Steiermark wird die Entwicklung von unserer Regionsbetreuerin Bianca Lamprecht, BA MA begleitet.

Weitere Links:

Video 5-Länder-Biosphärenpark Mur-Drau-Donau (WWF)

Artikel Anerkennung 5-Länder-Biosphärenpark Mur-Drau-Donau (WWF)

Pressemeldung Woche Südoststeiermark

Fotocredits:

Regionalmanagement Südoststeiermark.Steirisches Vulkanland, Schuster